Shiatsuausbildung in Deutschland

Welche Möglichkeiten bestehen in Deutschland, Shiatsu zu lernen?

Es gibt viele Wege, sich dem Shiatsu zu nähern und schließlich auch Praktizierender zu werden. Vom Buch oder Videokurs über den Miniworkshop in einer privaten Praxis bis hin zu einer professionellen Ausbildung. All dies hat seine Daseinsberechtigung und erfüllt unterschiedliche Bedürfnisse. Ich will hier ein wenig Klarheit schaffen über die Ausbildungswege, die zu einer fundierten Arbeit mit Shiatsu, sei es professionell oder im privaten Bereich, führen können.

Verantwortlich für die Qualtät der Ausbildung ist immer das Ausbildungsinstitut selbst. Es gibt zwar einen Berufsverband (GSD), der hat jedoch nur geringe Einblicke in das, was in den Schule auf welche Art und Weise unterrichtet wird. Die Gesellschaft für Shiatsu in Deutschland (GSD) legt die inhaltlichen und qualitativen Mindestanforderungen für die Shiatsuschulen fest und kümmert sich um die Zertifizierung der Lehrkräfte. Diese Mindestanforderungen umfassen beispielsweise 500 Unterrichtsstunden (Kontaktstunden) in 3 Jahren, bestimmte Inhalte wie Meridiankenntnisse, 5 Wandlungen, Masunagawissen, Techniken etc. und Unterricht bei anerkannten Lehrern. So wird ein Rahmen geschaffen, in dem für die Schulen recht viel Spielraum für Ausgestaltung besteht. Die Schulen in Deutschland sind zum Teil unterschiedlich von ihrer Ausrichtung und Zielgruppe, so dass es auch für den einzelnen Schüler einen großen Unterschied machen kann, bei welcher Schule er oder sie in Ausbildung geht. Hier spiegelt sich die Situation des Shiatsu im Allgemeinen wieder. Es gibt viele Stile und jeder praktiziert Shiatsu auf seine oder ihre Weise. Shiatsu ist keine technische Methode, die man systematisch anwendet. Shiatsu ist energetische und physische Kommunikation und sehr individuell. Daher wird Shiatsu auch sehr unterschiedlich vermittelt.

In Deutschland gibt es 15 von der GSD anerkannte Schulen in folgenden Städten:

 

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Wenn Du Dich für eine Ausbildung interessierst, liegt es natürlich nahe, das örtlich am nächsten gelegene Institut auszuwählen, doch ist das nicht immer zu empfehlen. Schau Dich auf den Internetseiten der Institute um und lass dich beeindrucken. Dein Eindruck ist wichtig. Die meisten Internetseiten sind nicht hochprofessionel gestaltet und lassen etwas durchschimmern von dem Geist, der in der Schule herrscht. Besuche einen oder mehrere unverbindliche Infoworkshops und lerne die Menschen hinter dem Angebot kennen. Vielleicht vertraust Du auch ganz einfach auf Dein Bauchgefühl. Aber es ist sicher klug, nicht nur aus rationellen Gründen zu handeln. Die Entscheidung wird dich jahrelang begleiten.

Neben einer Ausbildung bei einer der GSD-anerkannten Schulen gibt es noch weitere Möglichkeiten, auf mehr oder weniger hohem Niveau ausgebildet zu werden. Es gibt Kurzausbildungen über mehrere Wochenenden in den meisten größeren Städten. Oft angeboten in privaten Praxen oder Heilpraktikerschulen. Das Angebot ist vielfältig und ungeregelt. Auch kann man sich mit Einzelworkshops auf den Shiatsuweg begeben und sich so ganz nach seinen Bedürfnissen vorarbeiten.

Ein Zwischenweg wird vom Shendo Shiatsu Verband angeboten. Eine umfangreiche Ausbildung an 50 Ausbildungstagen, allerdings ohne die Anerkennung der GSD. Vielleicht ist auch dieser Weg interessant für Dich.

Das Gros der in Deutschland professionell mit Shiatsu arbeitenden Praktiker dürfte sicher bei einer der GSD-Schulen ausgebildet worden sein.

Ob man mit Shiatsu arbeiten will oder nicht, ist dabei nicht primär wichtig. Eine gute Shiatsuausbildung lässt immer Raum für persönliche Entfaltung und Wachstum. Man lernt Berühren auf eine ganz besondere Art. Man lernt die Kunst der Achtsamkeit im Kontakt mit anderen. Die Begegnungen und Erfahrungen, die sich daraus ergeben, sind unbezahlbar.

Wie ist die Situation in Österreich und der Schweiz? Ich habe leider zu wenig Einblicke, aber vielleicht will jemand einen Kommentar dazu hinterlassen.


 

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Autor: René Fix, Leiter des Europäischen Shiatsu Instituts Heidelberg


2 Antworten

  • Daniela Grebenar sagt:

    Hallo Rene,

    ich habe Deine Internetseite von der GSD bekommen, um mich ein bisschen schlauer zu machen, ob ich mich als fertige ESI Shiatsu Praktikerin auch wirklich öffentlich als Praktikerin nennen darf. Da ich keinen Heilpraktiker oder ein sonstige anerkannte Ausbildung habe, wurde mir von Kollegen gesagt, dass wir mit rein Shiatsu nicht Shiatsu- Praktiker nennen dürfen. Nur mit dem Vorwort Enspannungsmassage – Shiatsu. Ist das so?
    Kann ich irgendwie eine Bestätigung bekommen, dass ich nichts falsches mache, mich als Shiatsu-Praktikerin zu nennen. Ich möchte demnächst im Internet erscheinen und verweise natürlich auf keine Heilversprechen. Ist das jetzt überhaupt möglich?

    Vielen Dank für Deine Antwort
    Daniela

  • Rene sagt:

    Liebe Daniela,
    Du darfst Dich Shiatsupraktikerin nennen in Deutschland, sogar unabhängig davon, ob Du eine Ausbildung hast. Diese Berufsbezeichnung ist bei uns nicht geschützt. Du darfst Dich nicht Therapeutin nennen und Du darfst keine Heilversprechen geben. Auch darfst Du nicht auf z.B. Deiner Webseite mit Indikationen werben (z.B. Shiatsu hilft bei Rückenleiden). Sei also vorsichtig in Deiner Formulierung. Du darfst z.B. schreiben „Shiatsu wirkt unterstützend, etc. … fördert den Selbstheilungsprozess etc…“
    Viel Erfolg
    Rene

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