Mein Shiatsu bereichert von meinen Erfahrungen mit dem Systemischen Familienstellen und dem „Kreis der Drei“

Meinshiatsufestival – Serie
Michaela Spranz ist Shiatsupraktikerin in Freiburg im Breisgau. Sie gibt auf dem Shiatsufestival einen Workshop. Hier gibt sie Einblicke in ihre Arbeit

 

Ihr kennt das sicher, während dem Shiatsu – Geben in diesen Stillen Raum einzutauchen. Da, wo es ruhig wird und ich höre nicht einmal mehr die Stille. Meine körperlichen Sinne sind dort überflüssige Relikte, wie aus einer anderen Zeit. Ich nehme diesen Zustand als ein Zeichen nun über eine Schwelle gehen zu können. In der Shiatsu-Berührung, die durchaus auch ohne Körperkontakt stattfinden kann, eröffnet sich wie eine andere Dimension, ein Wachträumen.

Dies ist einer meiner Lieblingszustände, nicht zu verwechseln mit dem Dissoziieren. Ich nehme mein Selbst mit auf eine Reise in vergessene Räume und Welten im Körper und damit im Leben meiner Shiatsu – Partnerin. Dabei bin ich mir jederzeit meines Selbst bewusst und nehme mich auch getrennt von meinem Gegenüber wahr.

Allein das bedarf einiger Übung, vor allem die Hochsensiblen unter euch wissen, was ich meine. Wie oft haben wir uns schon selbst verloren beim Behandeln? Wichtig ist diese Erfahrung, damit genau das nicht mehr passiert.

Also, hier drin, in diesem Zwischenreich, in diesem Zeitlosen, können die Augen meiner Augen sehen. Oder sind es die Augen meines Herzens oder meiner Seele? Es ist nicht wichtig was, sondern vielmehr dass es passiert.

Ich bin mit einem Rucksack voller Fragen unterwegs.
Im Vorgespräch habe ich von Symptomen, Problemen, Einschränkungen oder auch Leid, Verzweiflung oder Irritation gehört. All das bringe ich hierher.

Ich bin im Körper und gleichzeitig in viel größeren Zusammenhängen unterwegs. Ich bewege mich auch über das Leben der Partnerin hinaus, zurück zu den Vorgeborenen in ihrem Familiensystem und ihren Ahnen.
Wie mache ich das? Gar nicht. Ich lasse mich führen.

Was gibt mir die Sicherheit, dass ich mich nicht verirre, dass ich Antworten finden werde? Weil ich es schon oft so erlebt habe. Wichtig ist meine innere Haltung zu dem, was ich tue. Dass ich nicht manipulieren will und das Schicksal jedes Einzelnen achte und es ihn selbst tragen lasse. Ich bin Mittlerin. Ich rette nicht.

Wenn ich mich über das Schicksal stelle nehme ich Anderen Ihre Selbstverantwortung. Ich mache jedoch aufmerksam auf nicht gespürte

Zusammenhänge, nicht gelebte Fähigkeiten, vergessene Träume, die Verbindung zur Göttlichen Quelle, die große Wandelkraft.

Im „Kreis der Drei“ habe ich selbst viel über den Weg vom Dunkel ins Licht und in die Lebendigkeit erfahren. Ich begreife die Drei als gleichwertige Seins- Zustände, die sich gegenseitig bedingen und verwandeln. Wenn ich mich in diesen Kreis stelle, also damit verbinde und führen lasse kann ich in Resonanz sein mit der jeweiligen Energie und zugrunde liegenden tiefen Weisheit.

Gerne erzähle ich euch mehr davon, wenn ihr mich danach fragt oder einen meiner Übungskreise besucht, da ich dann sehen kann, wer fragt.

Durch die Erfahrungen im Kreis der Drei habe ich viel Stärkung erlebt, Bestätigung geführt zu sein, Sicherheit in meiner Wahrnehmung. Wissen, dass es höhere Prinzipien des Wandels gibt, in die ich mich vertrauensvoll einfügen kann.

Wenn ihr mit der Lehre der Wandlungsphasen der TCM vertraut seid habt ihr schon ein riesiges Wandel – System auf allen Ebenen, vom individuellen Lebenszyklus bis hin zum Kreis der gewaltigen Elemente und Naturphänomene.

Wir sind ein Teil des Ganzen, der Kreis erklärt uns die Welt. Werden und Vergehen, Ende und Neubeginn, Yin und Yang. Der Kreis lässt uns unser Denken in Polaritäten immer wieder neu hinterfragen. Also, wenn alles fließt und nur aus Übergängen besteht, dürfte es doch keine Stagnation, keine Blockade geben?

Wenn wir unsere Wahrnehmung weiter werden lassen, auch im Shiatsu, laden wir Wandel ein. Dann können wir die Fragen loslassen und damit auch die Antworten. Das Göttliche kann sich dann im Lebendigen zu Hause fühlen. Wenn ich von der Shiatsu – Reise zurückkehre habe ich viele Landschaften und Zeiten durchwandert, manchmal bin ich auch geflogen. Ich habe viel mit erlebt und mit gefühlt und immer war ich Zeugin:

Ja, so ist es, darunter fühlt es sich so an.

Ja, so ist es, davor war es so.

Ja, so ist es, du erinnerst dich, wie es sich frei anfühlt.

Ja, so ist es, du verbindest dich mit der großen Kraft.

Ja, so ist es, du hast den Mut zu gehen.

Ja, so ist es, jetzt lässt du es zu.

Ja, so ist es, du kannst es fühlen. Dafür bist du Mensch geworden.

 

So sein. In meiner Präsenz der anderen Spiegel sein und Begleiterin auf dem großen Wandelweg.

 

Autorin: Michaela Spranz, www.shiatsu-freiburg-spranz.de

 

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