Gesundheit kommt von innen

Jeder weiß, was gesund ist. Wir lesen es in der Zeitung, hören davon im Fernsehen und bekommen es von unseren Eltern mit auf den Weg. Menschen gehen zum Yoga, zum Pilates und ins Fitnessstudio und überall werden uns die Regeln für gesundes Leben vorgeführt und nahegebracht. Die Säulen der Gesundheit… es ist so einfach. Gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, Vermeidung von Stress, Guter Schlaf, Vitamine, nicht zu viel statisches Sitzen. Doch man kann sich sicher fragen, ob damit der Kern eines gesunden Lebens erfasst wird und vor allem ob das regelhaft ist.

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Wir kennen alle die Geschichten von den ewig rauchenden aber kerngesunden Opis, von den glücklichen und symptomfreien Bewegungsvermeidern und den maßlos fleischessenden aber fitten Bürohengsten. Zweifelsfrei gibt es dazu massenhaft Gegenbeispiele.

Auch kennen wir alle die kränkelnden und lethargischen Gesundheitsapostel, die blutleeren Biofanatiker und die schmerzgeplagten Naturburschen und Sportfreaks. Klischees sind Klischees. Doch wenn die Regeln der Gesundheit wirklich Regeln wären, gäbe es auch diese Ausnahmen nicht.

 

Mein Empfinden, mein Denken, mein Wesen

Ich möchte behaupten, dass da ein ganz wesentlicher Punkt immer und immer wieder hinten runter fällt. Die Grundregeln für ein gesundes Leben sind sicher kaum zu übersehen und kaum jemand wird behaupten, dass die oben angeführten Punkte wie gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung etc. nicht wichtige Bausteine für ein gesundes und glückliches Leben sind. Doch für mich steht an aller erster Stelle, ganz weit vor alle dem, mein persönliches Empfinden dazu. Wie ich darüber denke, was ich tue und was dadurch emotional in mir ausgelöst wird, ist weit wichtiger, als das Tun selbst. Es steht außer Frage, dass es gesünder ist, mit Freude Fleisch und Fett zu essen, als mit großem Widerstand eine „gesunde“ Diät zu befolgen. Die mit Hingabe genossene Zigarette richtet weniger Schaden an, als der quälende Verzicht. Warum wird das so wenig betont? Dazu lese ich keinen Artikel in den Gesundheitsmagazinen und Ratgebern.

 

Ich bin – doch ich wäre gern

Was mich krank macht, ist vorrangig die Diskrepanz zwischen dem, was ich bin und dem, was ich gerne wäre. Wenn ich eigentlich ein Bewegungsmuffel bin, mir aber die Überzeugung aneigne, ich müsste unbedingt Sport machen, um gesund zu sein, werde ich wahrscheinlich darunter leiden. Der Sport macht kein Spaß und löst negative Emotionen in mir aus. Das muss nicht heißen, dass ich mich voll dem Bewegungsmuffeln hingeben muss. Aber es ist wichtig einen Weg zu mehr Bewegung zu finden, der mich glücklich macht und auf den ich Lust habe. Dieses Beispiel ist direkt übertragbar aufs Essen, den Konsum von Genussmitteln und andere Bereiche meines Lebens.

Warum trainieren wir nicht ein gesundes Denken und Fühlen, welches Hand in Hand geht mit unserem Tun? Im Shiatsu üben wir uns in Achtsamkeit. Dies bedeutet auch Liebe und Anerkennung für das, was wir tun und sind. Und Gelassenheit, eine ganz große Portion Gelassenheit. Nur so können wir beginnen, uns wahrzunehmen und uns in Achtsamkeit zu begegnen. Schon das alleine macht uns gesünder.

Schönheit kommt von innen, sagt man gerne. Und Gesundheit kommt von innen ist für mich die wichtigste Erkenntnis, wenn es darum geht, gesund und glücklich zu leben.

Autor: René Fix, Leiter des Europäischen Shiatsu Instituts Heidelberg


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