Genug geHACKT – jetzt wird losgelassen

Vor Jahren hab ich gemacht, was ich wollte.

Ich habe ausgeschlafen, wenn es mein Job erlaubte. Ich habe gegessen, was mir schmeckte. Ich habe ausgiebig warm geduscht und meine Zeit genossen. Ich habe drei Bücher parallel gelesen und nie beendet. Ich habe Freunde empfangen, wenn sie angeklopft haben und hatte keine To-Do-Liste. Doch dann hat sich irgendwann alles geändert. Meine Zeit und meine Ressourcen wurden knapp und ich begann zu optimieren. Und es gab sehr viel zu optimieren. Was kann ich parallel verrichten, wo kann ich Zeit sparen? Wie kann ich gesünder leben? Wieviele Pushups müssen es sein für den optimalen Trainingseffekt? Wie kann ich schneller und effektiver lesen, damit das Gelesene auch drin bleibt? Die Liste könnte ich unendlich weiterführen.

Lifehacking ist in. Es verspricht ein angenehmeres Leben und mehr Zeit für die Dinge die man liebt, eben den Alltag zu erleichtern und zu verschönern. Lifehacks sind so eine Art Lebenskniffe – Tricks und Strategien. Das Internet ist voll davon und wehe dem man meldet sich auf einer der Lifehacking-Seiten für einen Newsletter an. Dann wird man hineingesogen in einen Strudel aus Tipps und Tricks. Diese Bewegung fügt sich bestens ein in die schon viele Jahre bestehende Welle der verschiedenen Gesundheitsphilosophien. Der moderne Mensch ißt nicht mehr nur, was ihn sättigt und ihm gut tut, sondern begibt sich oft in strenge Regelwerke, die ein Abweichen davon nicht mehr ermöglichen. Er geht zum Yoga oder ins Fitnessstudio, weil er ohne nicht gesund und stark wäre. Er cremt sich ein, versorgt sich mit Nahrungsergänzungsmitteln, fastet und macht vier mal im Jahr Entspannungsurlaub für seine Work-Life-Balance.

Und nichts von all dem ist falsch oder kritikwürdig. Es ist ein Weg, der gewählt wird, oft bewusst und oft auch unbewusst, weil man sich vielleicht mitbewegen will auf der Welle.

Doch Lifehacking birgt auch Gefahren. Es kommt meist von außen. Es wird an uns herangetragen. Und es entsteht aus Überlegung, aus der Überzeugung, wir könnten aus unseren Überlegungen heraus ergründen, was gut für uns ist. Oft liegen wir da sicher richtig, denn wir haben ja jahrelange Erfahrung mit uns. Doch es bleiben Überlegungen aus begrenzter Sicht.

 

Ich wage zu behaupten, es gibt noch einen weit besseren Weg. Der Weg des Loslassens.

Wir sind unendlich „intelligent“. Damit meine ich nicht unser Gehirn sondern uns als Mensch, als Seelenwesen, welches angebunden ist an diese wunderbare Welt und an alle Menschen, die vor uns gelebt haben und nach uns noch leben werden. Wir können wissen, was gut für uns ist. Und damit meine ich nicht, dass wir immer sofort unseren oben liegenden Wünschen nachgehen sollen. Wenn wir gut in uns hinein hören und uns vertrauen, wissen wir, was als nächstes geschehen muss oder was es jetzt braucht, um gesund und kraftvoll nach vorne zu gehen.

Dafür müssen wir vielleicht den Lärm um uns herum etwas verringern und den Körper etwas weicher und durchlässiger machen. Doch dann hören wir sie wieder, diese innere Weisheit, die uns führt.

Beim Shiatsu geht es immer darum, immer um Dich und Deine innere Weisheit. Keiner kann Dir sagen, was Du tun musst für Dein Glück. Und wenn es jemand sagt, ist die Chance recht groß, dass er oder sie nicht gänzlich richtig liegt. Deine Weisheit gehört Dir, sei sie noch so sehr verbunden mit der Weisheit aller Wesen auf dieser Welt.

Besonders unter diesem Aspekt halte ich Shiatsu für eines der größten Geschenke, die man sich machen kann. Der Effekt ist unbezahlbar. Wenn Du mit Shiatsu zu dem Punkt kommst, Dir in Deinem Tun und Sein zu vertrauen und Dich aufrichtig zu lieben, dann kannst Du alle Regeln loslassen. Alle. Du wirst beginnen von innen heraus zu handeln und ganz natürlich Deinen eigenen authentischen Regeln zu folgen.

Hör Dir neugierig zu. Die Shiatsupraktikerin Deines Vertrauens wird Dir dabei helfen.

 

Autor: René Fix, Leiter des Europäischen Shiatsu Instituts Heidelberg

2 Antworten

  • Danke René, ich wußte nicht, dass es ein Wort … eine Bezeichnung ….. dafür gibt, was da passiert.
    Sehr gut beschrieben! Dem Körper zuhören passiert von innen und nicht von außen. Die beste Möglichkeit zu erkennen, wann man angespannt oder entspannt ist. Nur wenn ich weiß, wo ich anfange und wo ich aufhöre, kann ich dies bemerken.

  • Rene sagt:

    Hi Monika. Na dann google mal „lifehacking“… Du wirst erstaunt sein… Das ist mittlerweile ein großes Geschäft. Schnelle Lösungen für kleine und große Probleme verkaufen sich bestens. Doch man kann sich schnell darin verlieren. Wenn man sich spürt und sich zuhört kann man sich nie mehr verlieren.
    Alles Liebe René

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